03.11.2021

IM EINKLANG MIT DER UMWELT

Globale Marktpräsenz. Regionale Produktion dank eigener Manufaktur. Innovatives Brillendesign aus Holz, Stein, Horn, Titanium und den Bohnen des Wunderbaums. Nachhaltige, fortschrittliche Herstellungstechnologien. Joint Ventures mit Partnerunternehmen und Institutionen. Auszeichnungen mit internationalen Design Awards. Das ist die Welt der Brillenmacher von Rolf in Tirol.

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An die Umwelt denken, nachhaltig handeln – als Gegenentwurf zu einem „weiter so”: Das ist das unternehmerische Credo der Tiroler. Alle seien in der Verantwortung, einen Beitrag zu leisten, sind sie überzeugt. Dem Produktdesign komme dabei eine wesentliche Rolle zu. Verbraucher und Verbraucherinnen seien zunehmend sensibilisiert für nachhaltig hergestellte Produkte, für ressourcenschonende Herstellung, einen kontrollierten Konsum. Bernhard Wolf: „Das ist unsere Grundeinstellung.” Bruder Roland stimmt zu: „Es ist immer gut, bei sich selbst anzufangen. Unsere Brillen sollen perfekt sein, absolut innovativ, nicht vergleichbar. Aber es geht darum, unser nachhaltiges Konzept und den Mehrwert, den wir mit unseren Produkten schaffen, noch mehr nach außen zu kommunizieren.” Ihr unternehmerischer Ansatz geht dabei über die Brillen hinaus. Die Firmenwagen sind Elektroautos, die mit aus Wasserkraft gewonnenem, regionalem Strom betrieben werden. „Über die kann man diskutieren, aber sie sind sicher umweltfreundlicher als Benziner oder Dieselfahrzeuge”, erklärt Bernhard Wolf. Ihre Brillen werden hier vor Ort in der eigenen Werkshalle gefertigt, die Zulieferfirmen kommen aus der Region. Es gebe jedoch kein Allheilmittel, da müsse man realistisch bleiben, sagt Roland Wolf. „Selbst wenn die gesamte Wirtschaft mitzöge, ließen sich die CO2-Emissionen weltweit nicht auf Null reduzieren. Denn natürlich können wir unsere Brillen nicht per Brieftaube verschicken.” Aber „grün sei eben nicht immer grün”, sagt er und spricht vom Greenwashing: Unternehmen, die sich ein grünes Mäntelchen umhingen, ohne wirkliche Grundlage, die gebe es auch in der Brillenbranche. „Wenn man sich nur auf ein Element, wie etwa ein umweltfreundliches Material konzentriert, bringt das wenig. Es braucht stattdessen eine ganzheitliche Vision der Nachhaltigkeit, bei der alles passen muss, angefangen bei der Qualität des Produkts. Die Frage bleibt, mache ich es, weil der Zeitgeist oder der Markt es diktieren oder weil ich es von mir selber verlange. Unser Ziel ist es, mit nachhaltigen Konzepten die besseren Brillen zu machen. Das Ergebnis darf nie halbherzig sein, dann lässt man es lieber sein. ”

 

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Text und Bilder: Angela Mrositzki - DOZ; ROLF
Format: DOZ 11 | 2021 ÄSTHETIK.KULTUR.LIFESTYLE.