31.01.2022

Die (grüne) Zukunft im Blick - nachhaltige Brillen.

Die DOZ stellt drei Fassungshersteller vor, die über unterschiedlichste Ansätze korrekte Brillen produzieren. ROLF ist einer davon. 

Ganzheitliche Herangehensweise

 

Für das Angebot an nachhaltig produzierten Brillen in der Augenoptik gebe es noch Luft nach oben, sind Roland und Bernhard Wolf von Rolf Spectacles überzeugt. Seit der Gründung setzt das Unternehmen auf ökologisch ausgerichtetes, innovatives Denken und Handeln. 2009 starteten die Tiroler mit der Produktion von Holzbrillen in der eigenen Manufaktur im österreichischen Weißenbach. Heute fertigen sie Fassungen aus Titan, Stein, Horn und zuletzt auch aus einem Rohstoff auf Pflanzenbasis, der Castorbohne – auch Rizinusbohne genannt. Die Pflanze konkurriert nicht mit Nahrungsmittelpflanzen und wächst schnell nach. Während Fichten oder Buchen nur wenige Zentimeter im Jahr wachsen, schafft der „Wunderbaum“ sechs Meter in nur vier Monaten. Mit der Bohnenbrille führt das Independent Label ein Modell, das mehrmals prämiert wurde – vergangenes Jahr mit dem „European Green Award“ in Gold. Ein „exzellentes nachhaltiges Produktdesign, das nicht nur ökologische Vorteile, sondern zugleich funktionale Benefits für die User realisiert“, heißt es im Urteil der Jury. Zudem weise der Produktionsprozess mittels 3D-Druck einen minimalen ökologischen Fußabdruck auf.

 

Doch Nachhaltigkeit ist für die Wolf-Brüder mehr als nur das Brillenmaterial, es gehe um das Zusammenspiel vieler Komponenten. „Das beginnt bei der Überlegung: Was kann eine Technologie, wie kann ich sie optimal nutzen? Beispielsweise bei unseren Titanbrillen: Die Fassung besteht aus drei Teilen, die werden gedruckt, bei uns gestrahlt, beschichtet, montiert und von hier verschickt. Das sind nachvollziehbare Schritte einer nachhaltigen Titanproduktion“, betont Bernhard Wolf. Ihr Ziel für die Zukunft: „Konsumenten sollen unsere Brillen als Statement für Veränderung wahrnehmen“ – eine Veränderung in Richtung grüne Zukunft.

 

Doch grün ist nicht immer grün: Wie in jeder Branche tummeln sich auch in der Augenoptik Übeltäter, die ihren Produkten einen grünen Stempel verpassen und mit umweltfreundlich klingenden Slogans werben, hnlich wie „100% Bio für eine bessere Welt“ oder „Fair für Mensch und Klima“. Das Problem fängt wohl schon damit an, dass keine allgemein gültige Definition für Nachhaltigkeit existiert. Daher gibt es auch keine festen Regeln, die es einzuhalten gilt. Dabei kaufen laut einer Studie des Capgemini Research Institute 79 Prozent der Verbraucher lieber verantwortungsbewusst und legen Wert auf Umweltfreundlichkeit. Zwar sind das noch 21 Prozent zu wenig, doch das Umdenken findet auch auf der anderen Seite der Ladentheke statt. Ein von PR ungetrübter Blick hinter die Herstellerkulissen, um der grünen Falle zu entgehen, wird in der Regel für Otto Normaloptiker schwierig zu erhaschen sein, doch lohnenswert w re er allemal – für Sie, Ihre Kundinnen und Kunden und die Umwelt.

 

Text: Angelika Miller
Format: DOZ - Deutsche Optiker Zeitschrift 

 

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